Region Donau-Iller ist Partner in einem EU-Projekt zum Güterverkehr
Regionalverband Donau-Iller beteiligt sich mit Unterstützung der Länder Bayern und Baden-Württemberg am internationalen Projekt „Transalpine Transport Architects“
(15.07.2009)Der Regionalverband ist Projektpartner im EU-Interreg-Projekt "Transalpine Transport Architects" (Transitects), das länderübergreifende Lösungen für den Alpen querenden Güterverkehr erarbeitet.
An Transitects nehmen 16 Partner aus den Ländern Italien, Deutschland, Österreich und Slowenien teil. Das Finanzvolumen des Projekts beträgt ca. 3,2 Mio. Euro, wovon 76 Prozent aus EU-EFRE-Mitteln kofinanziert werden. Als Projektpartner stehen der Region Donau-Iller ein Budget von ca. 708.000 Euro zur Verfügung. Das Projekt für die Region wird zusätzlich von beiden Ländern, dem Freistaat Bayern und Baden-Württemberg finanziell unterstützt. Die Projektarbeit beginnt im Juli 2009 und wird etwa drei Jahre andauern. Die Gesamtleitung des Projekts wird vom Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V. (Clearingstelle des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) mit Sitz in Berlin übernommen.
Projektziele
Das EU-Interreg IVB-Projekt Transalpine Transport Architects (Transitects) baut auf den Ergebnissen des Interreg IIIB-Projekts AlpFRail auf, an dem der Regionalverband Donau-Iller in wesentlichem Maße beteiligt war. Ziel des Projektes ist es, durch transnationale Vernetzung eine Verlagerung des Alpen querenden Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene zu erreichen. Dazu werden neue, innovative Güterverkehrsverbindungen erarbeitet, die bestehende Eisenbahninfrastruktur im Sinne einer erweiterten Nutzbarkeit optimiert sowie neue Ansatzpunkte für den Seeverkehr nach Ostasien gesucht. Durch die Zusammenarbeit mit weiteren EU-Projekten wie beispielsweise Sonora ("South-North-Axis") und Scandria ("Scandinavian-Adriatic Corridor for Growth and Innovation") wird eine vernetzte Strategie für den Güterverkehr angestrebt.
Mehrwert für die Region Donau-Iller
Ein gut funktionierender Gütertransport ist die Voraussetzung für die erfolgreiche Einbindung unserer Industrie in globale Beschaffungs- und Vertriebsstrukturen. Dies gilt insbesondere für unsere exportstarken Brachen Automobil- und Nutzfahrzeugbau, Maschinenbau, Elektroindustrie sowie Holz- und Papierindustrie. Die Region Donau-Iller verfügt über eine gute Lage im süddeutschen und europäischen Verkehrsnetz. Der in den letzten Jahren ausgebaute Verladebahnhof Ulm-Nord/Dornstadt bietet eine sehr gute Möglichkeit, mehr Gütertransport auf die Schiene zu verlagern. Dazu müssen die angebotenen Schienenrelationen der regionalen Güterverkehrsnachfrage angepasst werden. Durch das Projekt Transitects bietet sich die Chance, manche Direktverbindungen, die bisher nicht rentabel betreibbar waren, in bestehende Relationen einzugliedern oder die Frachten mit sog. Feederdiensten in geeignete Hubs weiterzuleiten.
Für Unternehmen und Speditionen aus der Region ist dies eine gute Möglichkeit, ihren Warenverkehr -auch geringere Mengen- auf die Schiene zu verlagern. Darüber hinaus kann das Projekt Transitects Argumente für den weiteren Ausbau der Schieneninfrastruktur der Region liefern. Letztlich profitiert die Region Donau-Iller auch von einem möglichen Rückgang des Straßengüterverkehrs und damit von Umweltentlastung und einer Reduzierung der externen LKW-Kosten (wie beispielsweise Unfälle, Lärm, Luftverschmutzung etc.).
Interreg Kooperationsraum Alpenraum
(Textquelle: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung)
Wirtschaftliche, soziale und räumliche Unterschiede abbauen und das Zusammenwachsen Europas fördern - das sind die Ziele europäischer Strukturpolitik. Im Rahmen der Programme zur Europäischen territorialen Zusammenarbeit (ETZ, INTERREG IV B) fördert die EU transnationale Projekte, die zum Abbau dieser Unterschiede beitragen. Das Hauptziel der transnationalen Kooperation ist die engere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedsstaaten in Themen mit strategischer Bedeutung.
In allen Programmräumen mit deutscher Beteiligung stehen zwischen 2007 und 2013 dabei die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität, der demographische Wandel, die Verbesserung des räumlichen Zugangs und der Erschließungsqualität, Umwelt, Klimawandel und Risikoprävention im Vordergrund.
Das Alpenraumprogramm 2007-2013 ist Teil der Europäischen territorialen Zusammenarbeit. Zusammen mit 13 anderen Programmen wird die transnationale Zusammenarbeit zwischen den europäischen Regionen intensiviert.
Übergeordnetes Programmziel im Alpenraum ist es, das Kooperationsgebiet durch gemeinsame Aktivitäten in jenen Bereichen attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen, in denen transnationale Kooperationen für nachhaltige Lösungen erforderlich sind.
Letzte Änderung: 19.11.2008
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