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Regio-S-Bahn Donau-Iller

„Von Jahr zu Jahr braucht man weniger Zeit, um über den Ozean,
aber mehr Zeit, um ins Büro zu kommen.“ (Verfasser unbekannt)

Vor über 30 Jahren wurde erstmals eine Untersuchung über die Verkehrsentwicklung in der Ländergrenzen überschreitenden Region Donau-Iller erstellt. Schon früh war die verkehrliche Verknüpfung der beiden auf baden-württembergischem und bayerischem Gebiet liegenden Teilräume der Region von besonderer Bedeutung. Damals wie heute wohnen mehr als die Hälfte der inzwischen ca. 966.000 Einwohner der Region in Orten mit Bahnanschluss. Das Schienennetz ist quasi das Rückgrat für die Erreichbarkeit aller Teilräume der Region im Öffentlichen Personennahverkehr. In den vergangenen Jahren wurde in die Infrastruktur investiert und das Angebot auf den einzelnen Strecken kontinuierlich verbessert. Aufgrund der starken Fahrgastzuwächse reichen die Kapazitäten dennoch vor allem in den Hauptverkehrszeiten auf vielen Schienenstrecken nicht mehr aus.

Alle Prognosen gehen davon aus, dass der Verkehr weiter ansteigen wird. Angesichts der zunehmenden Überlastungen des Straßennetzes und den damit verbundenen ökonomischen und ökologischen Auswirkungen, ist der Aufbau eines leistungsfähigen integrierten Verkehrssystems, das Menschen verbindet und Räume erschließt, erforderlich. Mit der Machbarkeitsstudie Regio-S-Bahn Donau-Iller wird aufgezeigt, wie die Verbindungen im Schienenpersonennahverkehr im Verdichtungsbereich der beiden Oberzentren Ulm/Neu-Ulm und Memmingen und den an diese anschließenden verdichteten Siedlungsräumen in den Tälern sowie auch die eher ländlich strukturierten Teilräumen sich nachhaltig verbessern lässt.

Mit Beschluss der Verbandsversammlung des Regionalverbandes am 24. November 2009 wurde der Geschäftsstelle des Regionalverbandes Donau-Iller die Aufgabe übertragen, gemeinsam mit den beiden Ländern Baden-Württemberg und dem Freistaat Bayern ein Regio-S-Bahn Konzept zu entwickeln. Bereits ein Jahr später konnte das positive Ergebnis der gemeinsam durch das Züricher Fachbüro SMA und Partner AG sowie INTRAPLAN Consult GmbH aus München erstellten Vorstudie vorgestellt werden. Im Januar 2011 wurde mit der auf die Vorstudie aufbauenden Hauptstudie begonnen. In sechs Arbeitskreissitzungen und mehreren Fachgesprächen in den Ministerien wurde ein Konzept für den Aufbau einer eigenständigen Konzeption „Regio-S-Bahn Donau-Iller“ entwickelt.

Durch die geplante „Regio-S-Bahn Donau-Iller“ soll eine deutliche Verbesserung der Stadt-Umland-Vernetzung im Ländergrenzen überschreitenden Nahverkehrsraum der Region Donau-Iller erreicht werden. Die wesentlichen Ziele sind:

  • ein durchgehendes, halbstündiges Angebot auf allen Schienenstrecken der Region
  • Erschließung zusätzlicher Nachfrage auf den bestehenden Strecken mit einem S-Bahn ähnlichen Angebot durch kürzere Fahrzeiten, dichtere Zugfolgen, optimierte Abfahrtszeiten sowie der Ausbau der Kapazitäten und die Verlängerung der Betriebszeiten.
  • Erschließung bisher nicht erschlossener Potentiale im Schienenpersonennahverkehr durch Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Strecke von senden nach Weissenhorn sowie die Reaktivierung und den Neubau zusätzlicher Haltestellen an den Strecken.
  • Verbesserung der Stadt-Umland-Vernetzung und der Flächenerschließung der gesamten Region auch abseits der Schienenstrecken durch Ausrichtung des Busnetzes auf die Bahn, Verknüpfung mit der Straßenbahn im Oberzentrum Ulm/Neu-Ulm sowie durch den Ausbau von Park+Ride und Bike+Ride.
  • Verkürzung der Fahrzeiten durch den Einsatz schnellerer Fahrzeuge und den Bau von Doppelspurabschnitten an eingleisigen Schienenstrecken für schnelle Begegnungsverkehre.

Die Merkmale der Regio-S-Bahn Donau-Iller sind zudem der Aufbau einer eigenen Marke bzw. eines eigenen Produktes.

Im Zeitraum von 2014 bis 2016 wurde zusätzlich das Regionale SPNV-Zielkonzept zur Regio-S-Bahn Donau-Iller erarbeitet. Es stellt explizit die Forderungen und Wünsche der Region Donau-Iller dar und integriert die verschiedenen, z.T. regionsübergreifenden Planungen entlang den Bahnstrecken der Region. Es bildet eine Klammer um die bisherigen Planungen und ergänzt diese um eine langfristige regionale Zielvorstellung.

Im Dezember 2015 gründeten die Landkreise Alb-Donau, Biberach, Günzburg, Heidenheim, Neu-Ulm, Unterallgäu und die Städte Memmingen, Neu-Ulm und Ulm den Verein Regio-S-Bahn Donau-Iller. Der Verein hat die Aufgabe, die Stadt-Umland-Mobilitätskonzeption für einen besseren Schienenpersonennahverkehr in der Region Donau-Iller und Teilen der Region Ostwürttemberg stufenweise in die Realität umsetzen. Der Regionalverband Donau-Iller wird, gemeinsam mit dem Regionalverband Ostwürttemberg, das Projekt weiterhin betreuen.

 

Weitere Informationen:

Die im Oktober 2010 vorgestellte Vorstudie finden Sie hier

Die zusammengefassten Ergebnisse der Hauptstudie finden Sie hier. Die dazugehörige Pressemitteilung können Sie hier abrufen.

Die Regionale SPNV-Zielkonzeption sowie das Langfristkonzept „Regionales SPNV-Zielkonzept plus“ können Sie hier einsehen. Eine Kurzzusammenfassung der Inhalte der Zielkonzeption finden Sie hier.

 

 

Letzte Änderung: 21.09.2016